MagicTales

Wie aus einem Märchen Wirklichkeit wurde

Die Schöne und das Biest

Wow, wie schnell doch eine Woche vergeht und eh man sich versieht ist schon wieder Samstag. Und was heißt das für MagicTales? Richtig, es ist wieder Blog-Zeit. Nachdem ich euch letzte Woche bereits das erste Werk, welches im direkten Zusammenhang für MagicTales entstanden ist, gezeigt habe, möchte ich euch heute mit hinter die Kulissen nehmen. Denn natürlich war das Bild „La belle et la bête“ nicht einfach so nebenbei gemacht.

Ehrlich gesagt hatte ich doch die ein oder andere, Hürde, zu überwinden:

1. Wie genau setze ich die Idee um?
2. Wo werde ich shooten? Finde ich überhaupt eine passende Location?
3. Was für ein Kostüm brauche ich und kann ich es überhaupt selber fertigen?

4. Mit wem mach ich die Fotos?
5. Wie soll der finale Bildlook aussehen?

Ich könnte jetzt noch ewig so weitermachen, aber ich glaube ihr wisst auf was ich hinaus will 🙂

Wie bereits erwähnt, bekam ich die Idee als ich den französischen Film von der Schönen und dem Biest gesehen habe. Und genau wie im Film wollte ich eine ganz eigene Stimmung erzeugen. Ich schnappte mir also mein Skizzenbuch und scribbelte die erste Idee auf. Am Anfang wollte ich meine Belle an einem Ort zeigen, der von alten Säulen gesäumt ist, die schon halb verfallen und mit Ranken und allerhand Unkraut übersät sind. Es sollte düsterer werden, als die Fassung die ich dann letztendlich gemacht habe. Um die Säulen sollten vereinzelt ein paar Glühwürmchen schweben. Aber aus dieser Idee ergaben sich dann die nächsten Schwierigkeiten, wo finde ich genau so eine Umgebung, die ich zumindest als Basis für mein Bild nutzen konnte.

Ich bin all meine alten Landschaftsaufnahmen durchgegangen und glaubt mir, es sind eine ganze Menge, auf der Suche nach dem einen Bild. Aber leider war nichts brauchbares dabei. Was sollte ich also tun. Ich wollte die Idee nicht so einfach fallen lassen. Wenn es eben keine passende Location gibt, muss ich sie mir halt in Photoshop selber bauen. Und so begann die Suche von vorne. Um mich neu zu inspirieren habe ich unter anderem auch Stockbild Portale durchsucht und siehe da, ich hatte plötzlich ein Bild gefunden, das zwar nicht dem entsprach was ich ursprünglich geplant hatte, aber es hatte zumindest ein paar Säulen im Bild. Das sollte es also werden. Aber es fehlte noch ein bisschen was. Die nackte Wand am Ende des Ganges entsprach so gar nicht meiner Vorstellung. Schließlich wollte Belle dem Zimmer vom Biest einen Besuch abstatten. Es musste also eine Tür her. An dieser Stelle kam es mir zu Gute, dass ich bereits alle Bilder von mir durchgesehen hatte. So hatte ich die perfekte Tür und das passende Grünzeug, um zumindest meine Schlossumgebung zu modellieren. Von der anfänglich geplanten düsteren Stimmung ist dann am Ende nicht mehr viel übrig geblieben, das war aber zum Teil dem Ausgangsbild geschuldet, welches mich letztendlich umdenken ließ. Die erste Hürde war also genommen. Die „Location“ stand. Also auf zur nächsten Hürde…

Die Suche nach dem passenden Kostüm

Meine anfängliche Befürchtung, dass ich am Kostüm scheitern würde, hat sich Gott sei Dank recht schnell gelegt. Als Grundfarbe sollte das Kleid rötlich sein. Und wie es der Zufall so wollte, befand sich in meinem Kleiderschrank ein altes schlichtes Ballkleid, das perfekt für meine Idee geeignet war. Schnell war das Kleid der Schneiderpuppe überzogen, aber irgendwie fiel das Kleid nicht so schön wie es gerne gehabt hätte. Doch die Lösung war greifbar nahe. Für ein anderes Kostüm hatte ich mir einmal einen Reifrock besorgt. Nachdem ich den Reifrock unter das Kleid gefummelt hatte, bekam das Kleid gleich eine ganz andere Wirkung. Kleine Anekdote nebenbei, wer schon einmal Reifrock getragen hat, der wird die Beinfreiheit lieben, die diese Art der Kleidung mit sich bringt). Nun musste das schlichte Kleid natürlich noch ordentlich aufgehübscht werden. Was so viel bedeutete wie erst einmal ordentlich shoppen gehen. Die Qual der Wahl fiel auf einen meiner Lieblingsläden: das Depot!

Und auch hier spielte mir das „Schicksal“ in die Hände. Die roten Rosen, die verschiedenen Goldfarbenen Ornamente und Ketten waren einfach nur perfekt, um meine Idee mit Leben zu füllen. Gerade von den Rosen war ich schwer begeistert. Nicht nur das die Farbe perfekt passte, sie sind auch ein wichtiger Bestandteil der ganzen Geschichte. Also alles eingetütet und ab nach Hause ins Atelier. Die Fertigung der restlichen Kostümteile verlief relativ reibungslos, obwohl der Kragen mich dann doch an der ein oder anderen Stelle vor Herausforderungen gestellt hat. Das war nämlich der erste seiner Art und von daher absolutes Neuland für mich. Aber gut, das Kostüm stand und die zweite Hürde war genommen.

Den Kragen fertigen
Den Kragen fertigen
Das Material für den Kragen
Kostüm erstellen
das fertige Kostüm

Auf eine überwundene Hürde folgt die nächste

Okay, das klingt jetzt etwas drastisch, aber ich hatte mir bis hierhin noch überhaupt keine Gedanken gemacht, wen ich überhaupt als Belle inszenieren sollte. Ich war nun schon so weit gekommen und wollte die Idee auch zeitnah umsetzen, aber auf die schnelle fand ich einfach kein Model. Die naheliegendste Lösung musste also her. Ich habe mich kurzerhand selbst ins Belle Kostüm geschwungen, auch wenn ich vielleicht nicht die Idealbesetzung dafür war oder bin. Aber was soll’s, da hat jeder eine andere Meinung zu. Da ich mir vorab schon sehr viele Gedanken über die Szene gemacht hatte, wusste ich wie ich mich inszenieren musste, damit es ins Gesamtbild passte. Aber ich muss schon sagen, wenn man es nicht gewöhnt ist, vor der Kamera zu stehen, kann das schon herausfordernd sein. Schließlich muss man nicht nur die richtige Pose einnehmen und halten, auch der Gesichtsausdruck musste stimmen. Nach gefühlten 1000 Bildern war dann das passende Bild doch im Kasten. Es konnte jetzt also der letzte und alles entscheidende Schritt folgen: die Bildbearbeitung.

Hinter den Kulissen
Hinter den Kulissen
Hinter den Kulissen

Auf der Zielgeraden

Was folgte war die klassische Bildbearbeitung mit Photoshop. Freistellen, Farbanpassungen vornehmen, jede Menge Elemente und Details einfügen, finalen Bildlook festlegen und so weiter und so fort. Ich glaube für das Composing an sich habe ich knapp 2 Tage gebraucht. Doch das war bei weitem nicht der aufwendigste Teil.

Ihr seht, war es bis zum fertigen Bild ein ganz schön weiter Weg, der sich über mehrere Wochen gezogen hat und aus vielen Etappen bestand, die ich an dieser Stelle gar nicht alle aufführen kann. Aber ich glaube ihr hab eine gute Vorstellung davon bekommen, was es heißt ein solches Fotokonzept umzusetzen. Und ihr habt gesehen, dass nicht immer alles Gold ist was glänzt und die Wahrheit hinter der Kamera oft ganz anders aussieht. Und nicht so glamourös ist.

Das einzige was ich leider etwas aus Acht gelassen habe während des ganzen Prozesses, war die Tatsache, dass ich kein Making-Of Video habe mitlaufen lassen. Aber ich gelobe Besserung, damit ihr beim nächsten größeren Projekt mich auch einmal in Aktion erleben könnt. Und in diesem Sinne verabschiede ich mich für heute und wünsche euch bis dahin eine gute Zeit und bis zum nächsten Mal.