MagicTales

Was war zuerst da

Mein erstes Composing

Meine aufkommende Frage ist vergleichbar mit der berühmt berüchtigten Frage, was war zuerst da. Das Ei oder das Huhn. Nein, keine Sorge, es folgt keine philosophische Abhandlung über die Entstehung von allem und nichts. Nein, meine Frage lautet eher was war zuerst da, das Bild oder die Geschichte. Und in meinem Fall ist die Antwort ganz einfach: Die Geschichte.

Mein erstes Composing

Ich weiß mittlerweile gar nicht mehr so genau, wann ich die Idee zu meinem Roman hatte, an dem ich zugegebenermaßen immer noch arbeite Denn wie sagte einer meiner Lieblingsautoren so schön, Schreiben ist kein Spurt. Es ist ein Marathon. Aber darum soll es jetzt nicht gehen. Vielleicht werde ich dazu mal einen separaten Blogbeitrag schreiben. Nein, es soll hier um meinen Roman gehen. Ich hatte die Idee und schon nach kurzer Zeit hatte ich das erste Kapitel geschrieben. Und so kam es wie es kommen musste, dass ich bei der Recherche für ein Bild für einen Kunden auf ein Stockfoto gestoßen bin, bei dem ich sofort gedacht habe, dass ist sie. Das ist die Frau aus meinem ersten Kapitel. Dieses Bild muss ich einfach bearbeiten und es somit noch näher an meiner Vorstellung dieser Frau bringen.

Und so enstande sie: Calista

Es war schon eine echte Herausforderung dieses Bild umzusetzen. Ich befand mich mitten in meiner Ausbildung und hatte bisher nur die grundlegenden Dinge in Photoshop gelernt und angewendet. Aber auch hier half mir natürlich das Internet schnell weiter. Ich machte mich gezielt auf die Suche nach Tutorials, die mir helfen sollten, meine Vision Wirklichkeit werden zu lassen. Nach etlichen Stunden der Arbeit und des vielen Ausprobieren war es geschafft. Meine Calista war zum Leben erwacht und ich hatte ihr feuriges Temperament und Ihr bedrohliches Auftreten in meinem Bild erfasst.

Doch ich will euch natürlich nicht im dunkeln lassen und euch nun den Teil der Geschichte präsentieren, in der sie ihren ersten großen Auftritt hatte und mit der alles anfing. Denn mit ihr kam auch der Wunsch meine Geschichten mit Bildern zu bereichern.

Kapitel 1: Die Leiche vor dem Tor

Es war bereits weit nach Mitternacht, als er endlich zum Stehen kam und heftig nach Luft schnappte. Seine Lungen verlangten begierig nach Luft und zogen sich schmerzhaft zusammen, als er es wagte, für einen kurzen Augenblick Luft zu holen. Ihm war bewusst, dass er nicht die geringste Chance gegen sie hatte. Er schallte sich selbst einen Narr und fragte sich nicht zum ersten Mal, wie er sich nur auf ihr gefährliches Spiel einlassen konnte. Eine Dummheit, die er nun mit seinem Leben bezahlen würde. Er zwang sich weiter zu laufen, doch sein gesamter Körper schrie vor Erschöpfung und ließ ihn schon nach kurzer Zeit erneut innehalten. Immer noch um Atem ringend blieb er am Fuß der Treppe stehen und blickte sich zu allen Seiten nervös um. Auf der Suche nach irgendeinem Hinweis, der ihr Kommen ankündigte. Doch nichts dergleichen war zu sehen oder zu hören. Er spürte nur die Kälte, die sich langsam in seinem Körper schlich, sich ausbreitete und ihn festzuhalten schien. Sein Herz hämmerte wie wild gegen seine Brust und er betete darum, dass sie es in dieser Stille nicht hören würde. Sollte dies geschehen, hätte endgültig sein letztes Stündchen geschlagen. Er hatte schon davon gehört und genau wie bei all den anderen zuvor, war es diese Kälte, was ihm am meisten ängstigte. Lautlos wie ein Tier auf der Jagd, trat sie mit einem Mal aus dem Schatten und stand unmittelbar vor ihm. Unfähig auch nur irgendeinen Laut von sich zu geben, taumelte er zurück und stolperte über die erste Stufe, die hinter ihm hinauf zur Universität führte. Der einzige Ort an dem er sicher gewesen wäre, an dem sie nichts hätte ausrichten können. Der Ort an dem sie genau wie alle anderen war. Langsam kam sie auf ihn zu und ein gefährliches Lächeln umspielte ihre sinnlichen Lippen. Er stieg die ersten Stufen hinauf. Er wusste, dass es keinen Zweck hatte zu versuchen, ihr zu entkommen. Egal wo er sich verstecken würde, sie würde ihn finden. Sein menschlicher Geruch würde ihn jedes Mal aufs Neue verraten.

„Bitte, ich werde niemanden erzählen was ich gesehen habe. Ich flehe dich an, verschone mein Leben und ich werde dir geben, was auch immer du von mir verlangst…“

Sie legte sich einen Finger an den Mund und er verstummte augenblicklich. Sie hielt inne und blickte mit einer gewissen Befriedigung auf dieses kleine Häufchen Elend vor sich, welches vergeblich um sein Leben winselte. Er erinnerte sie an einen räudigen Köter, der versuchte die Zuneigung seines Herrchens zurück zu gewinnen. Einerseits war es traurig um ihn, schließlich hatte er ihr gute Dienste erwiesen und zwar in allen Belangen die man sich nur vorstellen konnte. Aber genau wie alle anderen zuvor, war auch er ersetzbar. Bedeutungslos in ihrem Spiel, das gerade erst begonnen hatte.

Ihr ohnehin schon hautenges rotes Kleid, spannte sich noch extremer um ihren wohlgeformten Körper, als sie sich zu ihm hinab beugte. Dabei fielen ihre braunen Haare nach vorne und verströmten einen verführerischen Duft. Er ertappte sich dabei, wie er sie in Gedanken liebte und schrak vor sich selbst zurück. Und erst jetzt, nach so langer Zeit bei ihr, bemerkte er, dass sie keinen Schatten besaß. Ein weiteres Merkmal, welches sie von den Sterblichen noch deutlicher Unterschied. Sanft strich sie ihm über den Kopf. Ein wohliger Schauer überkam ihm und er konnte nicht anders und erlag erneut ihrem Zauber…

Das ist erst der Anfang

So, und da wären wir auch schon am Ende dieses Beitrages und mit der Geschichte zu meinem ersten Composing. Auch wenn es das erste war, was ich je gemacht habe und es sicherlich das ein oder andere gibt, was man hätte besser machen können, so ist es doch für mich zumindest ein Meilenstein auf dem Weg nach MagicTales. Das Bild spiegelte für mich genau die Stimmung wieder, die ich mit diesem Einstieg in meinen Roman erzeugen wollte. Und ich hoffe, ich konnte euch genau dasselbe Gefühl vermitteln, dass ich hatte, als ich das Grundbild zu diesem Composing hatte. Und nun will ich nicht länger eure wertvolle Zeit in Anspruch nehmen und würde sagen, bis zum nächsten Mal.