MagicTales

The Show must go on

Hinter dem Vorhang

Sobald der Vorhang fiel, fiel auch ihre Maske und mit ihr all der Glanz und Glamour für den sie so sehr geliebt und gefeiert wurde. Doch in Wahrheit war all das nur eine Fassade, die sie nun schon viel zu lange versuchte aufrecht zu erhalten. In Wahrheit fühlte sie sich bereits seit Jahren leer. Nur noch eine leere Hülle ohne Seele. Ein Roboter der funktionierte und Anweisungen erfüllte. Zu gerne wäre sie vor all dem geflohen. Aus ihrem goldenen Käfig ausgebrochen, der sie seit Jahren an ein Leben band, dass andere für sie ausgesucht hatten. Fremdbestimmt und ohne eine Chance auf Mitsprache. Ein Leben, dass so langsam seinen Tribut zollte. Schmerzen, Trauer und Wut waren zu ihren ständigen Begleitern geworden.

Doch kurioserweise war all das vergessen, sobald der Vorhang wieder aufging und sie hinaus in die Welt trat. The show must go on! Und die Show würde auch weitergehen, denn es war wie eine Droge, von der sie nicht loskam. Spätestens in dem Moment setzte sie wieder ihre stolze Maske auf und strahlte heller als alle Sterne am Firmament zusammen. Denn obwohl sie ihr jetziges Leben hasste und verachtete, so konnte sie auch nicht mehr ohne es existieren.

Die Entstehung

Die Idee zu diesem Konzept trage ich nun schon sehr lange mit mir herum. Es war auch eines der ersten, das seinen Weg in mein Konzeptbuch gefunden hat. Irgendwie faszinierte mich die Idee, dass wir alle in irgendeiner Weise Masken tragen, um möglicherweise etwas zu verbergen oder jemanden darstellen zu wollen, der wir in Wahrheit gar nicht sind. Meistens wenn wir alleine sind, legen wir unsere Masken ab und unser wahres Ich kommt zum Vorschein. Ein Ich, dass möglicherweise nur sehr wenige Menschen wirklich kennen und schätzen.

Aber gerade diese Masken machen es schwer, die Menschen um uns herum, oder auch ein Stück weit uns selbst richtig einzuschätzen. Viel zu oft werden wir unterschätzt oder in eine Schublade gesteckt, in der wir eigentlich nicht hineingehören. Und dass nur, weil wir anderen nur unsere Maske zeigen. Viel zu selten gewähren wir Personen einen Blick dahinter und zeigen den Menschen, der wirklich darunter existiert.

Natürlich dienen die Masken auch dem Schutz, aber ich glaube, wir sollten immer mit Bedacht handeln, wenn wir anderen etwas glauben lassen, was nicht der Wahrheit entspricht. Nicht das am Ende nur Enttäuschung und Schmerz bleiben.

Wie dem auch sei, am Ende muss jeder für sich selbst entscheiden, wie er damit umgeht und wie er letztendlich selbst damit klar kommt.

Das Shooting

Das Shooting an sich verlief eher unspektakulär. Ich habe mit einem simplen Hintergrund gearbeitet, der als Vorhang diente. Schließlich wollte ich eine Art Theateratmosphäre kreieren.  Zusätzlich habe ich seit langen mal wieder mit einem Blitz gearbeitet. Er sollte für die klassische Bühnenbeleuchtung und somit für noch mehr Atmosphäre sorgen. Beim Styling war mir wichtig, dass das Kleid, welches das Model trug zu erkennen ist, dass es keine alltägliche Kleidung ist und in gewisser Weise auch eine Art Kostümierung ist. Passend zur Maske eben. Nach ein paar Testaufnahmen und einigen Probebilder, was die richtige Pose anging, war das Bild relativ schnell gemacht und der Favorit herausgesucht. Was folgte war eine, für meine Verhältnisse, überschaubare Retusche.

Probeaufnahmen
Benötigte Technik
Masken die wir tragen

Lightroom und Photoshop

Die ersten grundlegenden Bearbeitungen habe ich in Lightroom gemacht. Hier habe ich den finalen Bildlook im Prinzip schon festgelegt. Um den Scheinwerfereffekt noch etwas stärker hervorzuheben, habe ich mit Hilfe von Luminar4 Sonnenstrahlen eingefügt und diese in der gewünschten Optik angepasst. Dann kam auch schon der finale Schritt in Photoshop. Ein wenig Hautretusche und Dodge & Burn und das Grundbild war fertig.

Aber irgendwie wollte ich dem Bild noch den letzten Pfiff verpassen. Und da ich vor kurzen ein Webinar zum Thema Aquarell Stil von Laura Helena gesehen hatte, dachte ich mir, warum diese Techniken nicht einmal ein wenig abwandeln und auf mein Bild übertragen. Und siehe da, das war es. Plötzlich war das Bild aus meiner Sicht „perfekt“ und bedurfte keiner weiteren Bearbeitung mehr. Ich glaube, insgesamt habe ich nur mit 15 Ebenen gearbeitet, was wirklich wenig ist, wenn man meine Composings kennt.

Aber die Zahl der Ebenen sagt ja nichts darüber aus, ob ein Bild gelungen ist oder nicht. Es ist vielmehr das Gefühl, welches man hat, wenn man das fertige Bild sieht und sich denkt „Das ist es!“

Und in diesem Sinne, hoffe ich, dass auch ihr dieses Gefühl hatten. Bis zum nächsten Mal…

The show must go on