MagicTales

Golden Cage

Gefangen

Sie fühlte sich wie ein Relikt aus einer alten Zeit. Wie etwas, was nicht mehr zeitgemäß war und schon längst hätte gehen müssen. Sie war wie eine Gefangene in ihrer Welt. Obwohl sie alles besaß, was man sich nur wünschen konnte, hatte sie doch im Grunde nichts. Ihr ganzes Leben war von anderen vorherbestimmt. Bälle, Festessen und repräsentative Aufgaben bestimmten ihr Dasein. Dabei wünschte sie sich nichts sehnlicher als normal zu sein. Nach draußen gehen zu können wie alle anderen und nicht in ständiger Angst Leben zu müssen, dass etwas Schreckliches passieren würde. Wenn sie es gekonnt hätte, würde sie ohne zu zögern ihr Leben in diesem goldenen Käfig, in dem ihr jeder Wunsch erfüllt wurde, gegen das eines einfachen und entbehrungsreichen Leben tauschen.

Traurig blickte sie aus dem kleinen Dachfenster und beobachtete das emsige Treiben dort draußen. Der alte schäbige Dachboden war der einzige Ort, an dem sie völlig ungestört war und ihren melancholischen Gedanken nachhängen konnte und zumindest für einen kurzem Moment so etwas wie Freiheit verspürte.

Immer wieder musste sie daran denken, wie sie als Kind dort draußen getobt hatte. Damals als noch keine Pflichten auf ihren zarten Schultern lasteten. Es war auch die Zeit in der sie noch mit ihm spielen durfte. Als der Standesunterschied noch egal war. So viele Jahre waren bereits vergangen, an denen sie nun schon getrennte Wege gingen. Als man merkte, dass zwischen ihnen mehr war als nur Freundschaft, wurde er mitsamt seiner Familie verbannt. Seitdem war kein Tag vergangen, an dem sie nicht an ihn dachte und sich nach ihm sehnte.

Gerade als sie sich abwenden wollte, um wieder ihren Pflichten nachzukommen, glaubte sie einen Geist zu sehen. Einen Geist aus der Vergangenheit. Konnte das wirklich sein oder träumte sie … Ihr Herzschlag beschleunigte sich und sie fixierte einen Punkt am Rande des Gartens. Nein, es war kein Traum und auch keine Einbildung. Er stand dort. Den Blick fest nach oben gerichtet zu ihr blickend. Ein Lächeln umspielte seine Lippen, so als ob sie sagen wollten „Ich bin zu dir zurückgekommen“…

 

Die Entstehung

Ich wollte schon länger ein Composing mit einer Art Schlossatmosphäre machen. Mein Kostüm war fertig, aber mir fehlte noch die passende Geschichte dafür. Ich habe wirklich lange darüber nachgedacht, wie ich das Bild aufbauen sollte und welche Geschichte ich damit erzählen wollte. Und wie so oft war es auch diesmal so, dass ich eines Abends die zündende Idee hatte und schnell zu Stift und Papier griff, um die Idee aufzuschreiben. Alles fügte sich mit einem Mal zusammen und passte perfekt.

Ich hatte eine konkrete Vorstellung, wo meine Szene spielen sollte – es sollte ein alter Dachboden werden, der als eine Art Rückzugsort fungieren sollte. Leider gab es in meinem direkten Umfeld keinen respektablen Speicher, der als Location hätte dienen können. Mein alter Bildfundus musste also mal wieder herhalten. Wie schon gesagt, wollte ich eine Schlossatmosphäre also blieben hier nur meine Bilder von den Elbschlössern übrig. Ich wurde auch fündig und dachte, ich hätte das perfekte Bild gefunden. Einziger Haken, das Bild stammte von draußen und passte so nicht ganz zu meiner Idee. Was also tun, es trotzdem versuchen? Ich startete mit einer Bearbeitung des Hintergrundes, aber irgendwie wollte es einfach nicht passen. Für mich kam dieses beklemmende Gefühl des „Gefangen sein“ dadurch nicht rüber.

Letztendlich habe ich aus verschiedenen Bausteinen einen Hintergrund erstellt, den ihr nun auch in meinem fertigen Bild sehen könnt.

Das Kostüm

Ich glaube hierzu muss ich gar nicht mehr zu viel schreiben, schließlich habe ich nicht nur auf Instagram euch an dem Prozess teilhaben lassen, ich habe auch schon meinen beschwerlichen Weg bezüglich der Materialbeschaffung in einem Blogbeitrag beschrieben. Aber für alle die doch noch einmal einen kleinen Blick auf die Fertigung des Kostüms werfen wollen, habe ich hier noch einmal ein kleines Making-Of Video für euch zusammengestellt.

Das Shooting

Das Shooting an sich war im Prinzip ziemlich unspektakulär. Nachdem ich für mich die Lichtsituation geklärt hatte, habe ich mit Hilfe einer Softbox versucht einen vergleichbaren Lichtaufbau zu schaffen. Dann hieß es nur noch sich in Pose schmeißen und per Handy die Kamera steuern. Der Rest war dann der klassische Arbeitsweg: Bildauswahl, Freistellen, Beautyretusche, Composing, finalen Bildlook festlegen.

Und das war es eigentlich auch schon. Der meiste Aufwand steckt wirklich diesmal in der Materialbeschaffung und in der Kostümfertigung. Die Retusche und das Composing an sich haben nur einen halben Tag in Anspruch genommen. Alles in allem also recht überschaubar, was den digitalen Part betraf. 

Und nun wünsche ich euch noch ein schönes Wochenende und bis demnächst.