MagicTales

Entfesselt

Ein persönlicher Einblick

Bevor ich den Mut gefasst hatte, MagicTales in die Welt hinaus zu tragen, habe ich mich oft selbst ausgebremst. Gedanken, ob meine Art der „Kunst“ oder besser gesagt die Dinge, so wie ich sie sehe, bei dem Menschen dort draußen ankommen würde, hielten mich lange Zeit zurück. Ich habe mich selbst ausgebremst und mir selbst fesseln aufgelegt. Fesseln, die eigentlich nur in meinem Kopf stattgefunden haben. Oft habe ich mich selbst klein gemacht. War unscheinbar, fast unsichtbar, nur um zu gefallen. Bloß nicht auffallen oder aus der Reihe fallen. So sorgten meine Fesseln aber auch für eine Art Schutz. Ich fühlte mich sicher, da ich nichts zu befürchten hatte. Es gab schließlich den Menschen dort draußen keine Möglichkeiten für einen Angriff.

Doch war meine Angst begründet? Im Grunde nicht. Stück für Stück begann mein Konstrukt zu bröckeln und ich musste immer öfters darüber nachdenken, was ich mir damit eigentlich selbst angetan hatte. Ich fesselte meine Kreativität und mir ihr die Möglichkeit mich zu entfalten, mich frei zu fühlen und im hier und jetzt dem Flow zu folgen.

Erst langsam habe ich gelernt sie abzulegen beziehungsweise sie zu sprengen. Mein persönliches warum hat mir dabei geholfen vieles zu erkennen und meine Fesseln langsam aber sicher abzuschütteln. Ich wollte meinen Traum nicht länger träumen und verborgen halten, dafür war er für mich zu groß und zu wichtig. Ich wollte nach ihm greifen, ihn an mich drücken und nie wieder loslassen. Doch es gab da diese kleine Stimme in meinem Hinterkopf, die die Fesseln nicht so einfach ablegen wollte. Es war mein Perfektionismus, der sich still und heimlich in mein Bewusstsein schlich und mich erneut zurückhielt. Er war nicht bereit mich gehen zu lassen. Ich habe gekämpft, habe Rückschläge erlitten und musste doch das ein oder andere Mal Kompromisse eingehen, aber letztendlich habe ich den Kampf gewonnen.

Der Kampf war hart, aber es hat sich gelohnt. Ich konnte nicht nur meine Kreativität nach langer Zeit wieder in die Arme schließen, ich konnte auch die Fesseln endgültig ablegen und meinem Traum folgen. Und jetzt, nach all der Zeit und den Erfahrungen die ich gemacht habe, kann ich sagen, dass sich mein Traum nicht mehr leer und unerreichbar anfühlt. Ich habe erkannt, dass es schon immer mein Ziel war, den Weg nach MagicTales zu finden und andere Menschen dorthin mitzunehmen und ihnen meine eigene Welt zu zeigen.

Und alles was ich seitdem zur Erfüllung oder Erreichung dieses Ziel unternommen habe, ist ein Ausdruck meiner Kreativität und Individualität. Egal ob es die Kostüme oder die Headpieces sind, die ich fertige, alles hat einen gemeinsamen Nenner und ist dafür da, meinen Traum Wirklichkeit werden zu lassen. Es stellte sich automatisch ein Flow ein und ich konnte für Stunden in der Welt der Fotografie versinken. Es wurde so zu einem festen Teil meines Lebens, dass ich es mir gar nicht mehr ohne vorstellen kann…

Wenn Gefühle zu Bildern werden

Die Idee zu dieser kleinen Mini-Serie verfolgt mich eigentlich schon seit einigen Monaten. Na ja, eigentlich schon seitdem ich mich mit meinem Warum beschäftigt habe.  Irgendwie wollte ich dem Gefühl des gefesselt sein und des sich unsichtbar machens irgendwie ausdruck verleihen. Denn wenn ich ehrlich bin, habe ich mich nicht nur selbst ausgebremst, ich habe ein Stück weit auch zugelassen, dass andere mich im übertragenen Sinne fesseln und mich daran hindern, meine Kreativität zu leben. 

Auch jetzt, wenn ich darüber nachdenke, überkommt mich wieder dieses beklemmende Gefühl in der Brust, was mir zum Teil auch die Luft zum atmen nimmt. ich will dieses Gefühl nicht mehr haben und so war es wie ein kleiner Befreiungsschlag, diesen Werdegang in einer kleinen Serie festzuhalten, um mich daran zu erinnern, wo ich gestartet bin und was ich seitdem erreicht habe.