MagicTales

Enchanted

Verzaubert

Solange er denken konnte, wachte er über das Waldreich. Einzig und allein Glühwürmchen, die ihn ab und an besuchten erzählten ihm von dem Leben dort draußen.  Einem Leben das ihn auf sonderbare Art und Weise so vertraut vorkam und doch so unendlich fremd war. Immer wieder hatte er das Gefühl schon einmal dort gewesen zu sein. Vor einer langen Zeit, als er selbst ein Mensch war möglicherweise. Aber das konnte nicht sein, er war auf ewig dazu bestimmt, dass Licht der Welt zu sein und allen in der Not neue Hoffnung zu schenken.

Und doch war dort mehr. Oft hatte er sich schon gewünscht aus seinem „Gefängnis“ auszubrechen und nur für einen kurzen Moment die Welt zu sehen. Aber das würde auch bedeuten sich all den Gefahren auszusetzen, vor denen er selbst schon so viele gerettet hatte, einfach nur dadurch, dass er da war.

Trotz alle dem glaubte er immer noch, dass dort mehr war, dass er einst in der Welt der Menschen zu Hause war. Wenn er träumte sah er sich selbst in der Gestalt eines Mannes, der stolz und aufrecht durchs Leben ging, bis er sich eines Tages in das schönste Mädchen verliebte, welches er jemals gesehen hatte. Jedes Mal, wenn er sie berühren und nah sein wollte, erwachte er aus seinem Traum. War dies der Anfang von allem? Der Anfang seiner Existenz und seiner Bestimmung oder war alles doch nur ein Traum und er war schon immer ein Teil dieser uralten Welt und ihrer magischen Kraft, die tief im Inneren von allem ruhte? Doch was war das für ein Gefühl, dass er jedes Mal verspürte, wenn der Wind ihn zart umspielte und ihm zuzuflüstern schien, dass sie sich am Ende aller Dinge wiedersehen würden. Sie müssten nur noch ein wenig Geduld haben.

Die Entstehung

Ich muss gestehen, dass dieses Bild eher zufällig entstanden ist. Ich hatte mir meine Kamera geschnappt und war ein wenig auf Erkundungstour gewesen. Dabei ist mir diese kleine Ecke mit dem Efeu aufgefallen, die ich so auch fotografiert hatte. Als ich wieder zurück war, musste ich immer wieder an diese Stelle denken und irgendwie kam mir ein kleiner Gnom oder Waldgeist in den Sinn, der dort wohnte und sein „Unwesen“ trieb. Und dann kam mir die Idee mit dem einsamen Wächter, der Erinnerungen an ein früheres Leben hat.

Ich schaute mir meine Bilder an und hoffte auf ein Bild, welches ich für meine Idee nutzen konnte, aber es war kein passenden dabei. Was also tun? Eigentlich blieb nur eine Lösung übrig, noch einmal dort hingehen und ein entsprechendes Bild machen. Aber nur der Efeu wäre zu langweilig gewesen. Etwas später fiel mein Blick auf diese alte Holzlaterne. Diese war perfekt als das Zuhause des Geistes. Also Kamera und Laterne geschnappt und bei knapp 35 Grad im Schatten Bilder gemacht.

Die Bildbearbeitung an sich, fiel gar nicht so spektakulär aus. Im Prinzip habe ich das Bild in Lightroom von der Farbstimmung her vorbereitet und in Photoshop dann lediglich den „Waldgeist“ und die Glühwürmchen eingefügt.

Und das war es dann auch schon. Aber das zeigt auch mal wieder, dass es nicht immer eine aufwendige Planung und Vorbereitung bedarf. Wenn man offen für neues ist, kann man auch mit wenig eine eigene kleine Bildwelt mit einer Geschichte kreieren.

In diesem Sinne bleibt kreativ und haltet die Augen offen, nach eurem persönlichen Waldgeist.