MagicTales

Gaia - Mutter Erde

Seit ich mit der inszenierten Fotografie angefangen hatte, wollte ich schon immer ein Mutter Erde Bild realisieren. Diesen Sommer war es dann endlich soweit. Ich schnappte mir also meine Kamera und stapfte los. Der Wald bei meinen Eltern sollte als Kulisse dienen. Ich hatte den Wald seit 10 Jahren nicht mehr betreten und war schon gespannt darauf, wie vertraut er mir noch war oder was sich mittlerweile verändert hatte. Man muss dazu sagen, früher war ich fast täglich in diesem Wald mit unserem Hund unterwegs gewesen.

Zuerst wirkte der Wald unverändert und ich fand jede Menge wunderschöne Ecken, an denen ich mein Konzept zum Leben erwecken konnte, so auch dieser Baumstamm, der mich an einen Thron erinnert hat und meine Gaia als ihren Thron dienen sollte. Aber was jetzt vielleicht alles herrlich romantisch wirkte war es in Wirklichkeit nicht. Nachdem der verliebte Blick für den Wald nachgelassen hatte, blieb die erschreckende Wahrheit zurück.

Und die bestand aus Müll, einem ausgetrockneten Bachlauf und was am schlimmsten war, einem abgestellten Traktoranhänger, der in der Wildnis am Verrotten ist. Es ist wirklich schrecklich, was wir der Natur zum Teil antun. Wir sollten viel mehr auf ihre Schönheit achten und sie nicht einfach wahllos zerstören.

Gaia - Mutter Erde

Sie war überall und nirgends. Seit Anbeginn der Zeit war sie nicht nur die Hüterin des Waldes, nein, vielmehr war sie die Mutter der Erde.

Doch mit der Zeit geriet sie immer mehr in Vergessenheit und die Menschen zerstörten immer häufiger das, was gut und schön war auf dieser Welt. Am Anfang hatte sie sich immer wieder den Menschen gezeigt, um ihnen zu verdeutlichen was sie der Welt und letztendlich auch sich selbst antaten, aber irgendwann war sie es leid.

Und so erschuf sie sich ihr eigenes kleines Paradies, zu dem kein Sterblicher jemals Zugang haben sollte. Hier war sie glücklich und erfreute sich an der Natur und dem Wachstum um sich herum.

Jedoch hatte ie sich einmal aus Neugierde noch einmal in die Menschenwelt geschlichen und belauschte ein Gespräch zweier junger Menschen. Sie sprachen über Einsamkeit. Gaya wusste nicht, was sie mit dem Wort Einsamkeit anfangen sollte, aber es bewegte etwas in ihr. Sie dachte tagelang darüber nach und kehrte in ihr geschaffenes Paradies zurück.

Oft saß sie auf ihrem Thron und beobachte all das Leben um sich herum. Einsamkeit? Nein, so etwas kannte sie nicht.

Ihre Welt war voller Leben und Schönheit…