MagicTales

Goldener Käfig

Dieses Projekt war eine absolute Herzensangelegenheit. Ich wollte schon immer etwas mit Federn machen und das ist dabei heraus gekommen. Wobei ich auch ehrlich sein muss. Diese Kreation hat mich eine Nerven, Zeit und auch Geld gekostet. Die Materialbeschaffung war alles andere als einfach. Wenn erst einmal ein Lieferant nicht mehr liefern kann und dann auch noch das Geld futsch ist, ist das schon sehr ärgerlich. Ich war ab und an echt kurz davor aufzugeben und dieses Kostüm nicht zu machen, aber aufgeben kam nicht in Frage.

Goldener Käfig

Sie fühlte sich wie ein Relikt aus einer alten Zeit. Wie etwas, was nicht mehr zeitgemäß war und schon längst hätte gehen müssen. Sie war wie eine Gefangene in ihrer Welt. Obwohl sie alles besaß, was man sich nur wünschen konnte, hatte sie doch im Grunde nichts. Ihr ganzes Leben war von anderen vorherbestimmt. Bälle, Festessen und repräsentative Aufgaben bestimmten ihr Dasein. Dabei wünschte sie sich nichts sehnlicher als normal zu sein. Nach draußen gehen zu können wie alle anderen und nicht in ständiger Angst Leben zu müssen, dass etwas Schreckliches passieren würde. Wenn sie es gekonnt hätte, würde sie ohne zu zögern ihr Leben in diesem goldenen Käfig, in dem ihr jeder Wunsch erfüllt wurde, gegen das eines einfachen und entbehrungsreichen Leben tauschen.

Traurig blickte sie aus dem kleinen Dachfenster und beobachtete das emsige Treiben dort draußen. Der alte schäbige Dachboden war der einzige Ort, an dem sie völlig ungestört war und ihren melancholischen Gedanken nachhängen konnte und zumindest für einen kurzem Moment so etwas wie Freiheit verspürte.

Immer wieder musste sie daran denken, wie sie als Kind dort draußen getobt hatte. Damals als noch keine Pflichten auf ihren zarten Schultern lasteten. Es war auch die Zeit in der sie noch mit ihm spielen durfte. Als der Standesunterschied noch egal war. So viele Jahre waren bereits vergangen, an denen sie nun schon getrennte Wege gingen. Als man merkte, dass zwischen ihnen mehr war als nur Freundschaft, wurde er mitsamt seiner Familie verbannt. Seitdem war kein Tag vergangen, an dem sie nicht an ihn dachte und sich nach ihm sehnte.

Gerade als sie sich abwenden wollte, um wieder ihren Pflichten nachzukommen, glaubte sie einen Geist zu sehen. Einen Geist aus der Vergangenheit. Konnte das wirklich sein oder träumte sie … Ihr Herzschlag beschleunigte sich und sie fixierte einen Punkt am Rande des Gartens. Nein, es war kein Traum und auch keine Einbildung. Er stand dort. Den Blick fest nach oben gerichtet zu ihr blickend. Ein Lächeln umspielte seine Lippen, so als ob sie sagen wollten „Ich bin zu dir zurückgekommen“…